10.5.2026
Ich sitze am Tempelhofer Feld. Die Lerchen singen hübsch. Die Menschen sind entspannt. Ich bin auch entspannt. Aber ich bin nicht im Einklang. - Der Schmerz hat mich wieder einmal gepackt. Ich bin still und bedacht. Dennoch, obwohl ich allein bin, greift er nach mir. Naturgemäß denke ich an Selbstmord.
Wenn die Bäume blühen, dann ist Berlin der Hammer. Ich radel und radel und radel. Was für eine Pracht.
Gedichte sind ein großer Trost und eine kleine Erfüllung. Ich lese Else Lasker-Schüler.
Dazu, zur Form, zum Gelungenen George:
Der Teppich
Hier schlingen menschen mit gewächsen tieren
Sich fremd zum bund umrahmt von seidner franze
Und blaue sicheln weisse sterne zieren
Und queren sie in dem erstarrten tanze.
Und kahle linien ziehn in reich-gestickten
Und teil um teil ist wirr und gegenwendig
Und keiner ahnt das rätsel der verstrickten..
Da eines abends wird das werk lebendig.
Da regen schauernd sich die toten äste
Die wesen eng von strich und kreis umspannet
Und treten klar vor die geknüpften quäste
Die lösung bringend über die ihr sannet!
Sie ist nach willen nicht: ist nicht für jede
Gewohne stunde: ist kein schatz der gilde.
Sie wird den vielen nie und nie durch rede
Sie wird den seltnen selten im gebilde.
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