Sonntag, 20. September 2026

20.9.2026 abends

Der Rückzug.

Ich komme aus den dunklen, blauen Wäldern. Daher komme ich. Ich komme vom blauen, nächtlichen Sternenzelt her. In die Welt hat es mich nur verschlagen. Zum Glück wurde ich nicht verschlagen! Meine Seele ist ein Kuss Gottes. Meine Seele ist ein blaues Reh im alten Wald. Ich bin sanft und naiv wie Parzival. Nun aber zurück zu den Quellen! Zu den stillen, reinen Quellen. Es giebt sie noch, die Quellen. Was kümmert mich das Nicht-Ich länger? Was will ich überhaupt von der Welt? Nichts. Die Fahrt hat ein Ende. Das Leiden hat ein Ende. Denn nur der Einzelne kann in Gott ganz aufgehen. Ich komme aus den blauen Wäldern. Was kümmert mich die Welt? Ich habe sie nun lange genug ertragen. Der Esel wirft den Ballast einfach ab! Der Rückzug beginnt. Der Lapislazuli ist mein Seelenstein. Das war er schon in meiner Jugend. Ich habe mir einen Ring von einem Juwelier anfertigen lassen. Das war mir etwas wert. Doch den Ring hatte ich irgendwann nicht mehr getragen. Es ging mir nicht gut. Dann habe ich ihn verschlampt. Vor einigen Jahren ging er dann ganz verloren. Jetzt habe ich mir aber einen neuen gekauft mit einem noch schöneren Blau. Zurück vorwärts zum Seelenquell! Denn irgendwann ist es genug. Wer nicht irgendwann vorwärts umkehrt, der ist verloren. Ich bin frei.


 20.9.2026

Man muss aufpassen, dass sich die Intelligenz nicht verselbstständigt. Dass man nicht zu intelligent wird. Ich könnte zum Beispiel sagen, dass es zwei Wege gibt, zu scheitern. Der eine besteht darin, dass man seinen Egoismus auslebt, indem man in einem Kollektiv aufgeht. Die Strafe dafür ist, dass man sein Subjekt verliert. Der andere besteht darin, dass man seinen Egoismus auslebt, indem man sein Subjekt voranstellt. Die Strafe besteht darin, dass man leiden wird. Aber das alles ist gar nicht wichtig, denn es kommt darauf an, dass man das Herz am rechten Fleck hat.

Samstag, 19. September 2026

 19.9.2026

Ich kenne keinen einzigen Minister mit Namen. Ich habe keine Ahnung, was Herr Trump macht. In Berlin sind jetzt bald Wahlen. Leider ohne mich. Von mir aus könnte eine Verwaltungsdiktatur das Land einigermaßen vernünftig regieren. Mir ists Schnuppe. Da fällt naturgemäß Ballast ab. Man wird ruhiger. Man beschäftigt sich mit dem, was einen auch wirklich interessiert. Die sogenannte Demokratie: Mir ists egal. Politiker: Menschen, Darsteller ohne Beruf.

Donnerstag, 17. September 2026

 17.92026

Es giebt nicht wenige Schiffbrüche, in der Tat. Vielleicht ist jeder einer? Woher kommt die Misere, die so hartnäckig da bleibt? Man ist ein Splitter und will doch ein Ganzes sein? Man leidet und ist ein Sünder? Als letztes stimmt etwas in der Welt nicht. Hier stimmt nämlich etwas nicht. Es giebt 109 Arten zu scheitern. Die Misere. Es giebt aber nur einen Hauptweg zu Zufriedenheit und Erfüllung: Wenn ich als Splitter mit meinem Selbst in Gott aufgehe. Wenn ich mich mit dem oberen Licht vereinige. Ja, die Misere ist hartnäckig. Sie klebt wie Honig überall und will nicht verschwinden. Auf der anderen Seite ist es erstaunlich, wie dumm wir uns anstellen. Das Leben zu akzeptieren, ist keine Raketenwissenschaft. Aber die Misere packt ihre Opfer! Es giebt keinen anderen Weg, als geduldig um den Ziehbrunnen zu gehen. Runde um Runde. Zäh. Ausdauernd. Stimmig. Denn ich werde immer mehr ich selbst. Wir wollen schauen, wer sich durchsetzt und die Oberhand behält - die Misere oder ich.

Mittwoch, 16. September 2026

 16.9.2026

Stille

Kiesel Kiesel rollen
Still am tiefen Grund

Grundeln huschen huschen
Tief im Wasserschlund

Schnabel blitzen auf
Vögel schießen nieder

Schwerter ruhn im Schrank
Gott erscheint uns wieder?

Montag, 14. September 2026

 15.9.2026

Ein klarer wolkenfreier Morgenhimmel. Es ist ein Privileg, einigermaßen gesund zu leben. Welch schöne Morgenstunde! Aurora kommt und der Himmel erstrahlt. Gott ist zwar fremd, aber auch immer nah. Erlösung bringt er und zufriedenes Sein. Gott macht frei. Gott ist das höchste Potential des Universums. Deshalb muss man sich Mühe geben. Man kommt nicht fertig auf die Welt. Bei mir hat alles sehr lange gedauert. Leiden war auch dabei. Doch jetzt begrüße ich den neuen Tag. Man sollte den Morgen mit einem Lied begrüßen oder mit einem Musikstück für den Morgen. Gott macht frei.

 14.9.2026

Das Wichtigste ist das Seelenheil.

Die Gotteskindschaft ist ein großes Glück.

Gott ist zweifach: als Vater und als Herr.

Gott hat mich in der Taufe adoptiert.

In der Welt ist es kalt und die Wände stehen kahl.

Erfüllung ist das tiefe Blau meiner Seele, alt und gereift. Gereift auch in der Welt und auf der Erde.

Nur die Erfüllung befriedet und befriedigt.

Es gibt kein Entkommen.

Die Seele muss ihren Weg in diesem Leben finden.

Erfüllung ist es, wenn mein Leib und mein Sein mit dem überweltlichen Licht zusammenfällt.

In Gott ist Liebe und Wärme.



Sonntag, 13. September 2026

 13.9.2026

Das Erwachsensein bekommt eine zweite Chance. Und zwar in der Erfüllung.

Man braucht Bodenhaftung.

So schwach sind die Engel garnicht!

Ein Rausch ab und zu - was ist dabei?

Ich existiere in die blaue Nacht hinaus.

Man darf nicht neurotisch sein!


 


Samstag, 12. September 2026

 12.9.2026

Man muss immer wohlgemut sein - eben weil das Leben nichts taugt muss man! Meine Lebensquellen sind seelisch und sind durchaus nicht von dieser Welt. Ich bin also nicht wohlgemut, denn das reale Leben ist immer ein Betrug. Ein tiefer. Der wahre Gott ist ganz anders.

Meine Seele hat eine Heimat - und die ist jenseits von Bier und Welt!

In der Welt bin ich ein anderer.

Gott ist der Welt gegenüber ein Fremder.

In der Welt wird mir jetzt schwindelig. Ich bin auch jetzt schutzlos. Wie ich aber die Einsamkeit schätze!

Heilig-nüchterne Gotteskindschaft: wenn ein Auge dich verführt - dann reiß es aus.

Ich bin ein Seelengewebe, ein Seelenstern in Gott.

Die Sünde kam mit dem Erwachsensein und dem Erkennen des Objektiven. Tod Gottes. Tod der Poesie. Alle Sterne sind aber immer noch da.

Gott ist das Wesen meiner Seele, in welcher ich wie ein Embryo schwebe. Nein, wie ein Engel bin.

Freitag, 11. September 2026

 11.9.2026

Ich bin vom Alex zur Station zurück spaziert. Berlin leuchtet abends so schön. Blau kam die Nacht herein. Viele Menschen waren noch unterwegs. Der Verkehr strömte. Die Restaurants waren gut besucht. Aber das alles interessierte mich wenig. Ich heftete meinen Blick auf den blauen Himmel: selig ist Reinentsprungenes.

Donnerstag, 10. September 2026

 10.9.2026

Manchmal glaube ich, dass die Wirklichkeit dafür da ist, um mir auf dem Herzen herumzutrampeln.

Die Wirklichkeit durchzieht eine roter Faden, welcher die Sinnlosigkeit bedeutet.

Es dreht sich alles nur um die Anpassung an eine Gewalt. Das ist die Wirklichkeit. Es ist witzlos und gleichzeitig sinnlos.

Aber es gibt die Gnade der Gotteskindschaft! Jedoch eine Gnade ist auch etwas Ungerechtes. Der eine bekommt sie, der andere nicht.

Mittwoch, 9. September 2026

 9.9.2026

Es war einmal ein kleines Schneiderlein, das wollte ausziehen aus seiner kleinen Stadt, um die Wahrheit zu finden. So schnürte es sein Ränzlein und zog fort. Es kam sich selber mächtig mutig vor. Es kam bald in einen alten, dunklen Wald. Dort wollte es sich ein Vesper machen unter einem Baum. Als es dasaß und aß, kam ein blauer Vogel dahergeflogen und fragte ihn, was er in diesem Wald wolle. Das Schneiderlein sagte, dass es die Wahrheit suche. Der Vogel entgegnete ihm, dass es in diesem Wald ein Schloss gäbe in welchen eine Prinzessin wohne, welche die Wahrheit wisse. Das Schneiderlein ging darauf immer tiefer in den Wald hinein, bis es auf ein halbverfallenes Schloss traf. Der Vogel hatte ihm gesagt, dass der König alle Werber um seine Tochter tötete. Nur der könnte sie freien, der sie zweimal zum Lachen bringt. Das Schneiderlein sah in einem alten Garten eine Prinzessin mit einem goldenen Ball aus Seide spielen. Er fasste sich ein Herz und ging zu der Prinzessin. Diese beachtete ihn gar nicht und spielte einfach weiter mit dem Ball. Das Schneiderlein holte seine Flöte heraus und spielte eine alte irische Weise. Da musste die Prinzessin laut lachen und sie sprach ihn an. Er sagte, dass er die Wahrheit von ihr erfahren wolle. Da lachte sie noch einmal. Sie sagte, dass die Wahrheit sei, dass nur die Liebe ist. Da freute sich das Schneiderlein und der König vermählte ihn mit seiner Tochter. Sie lebten noch lange mit dem alten König auf dem Schloss.

(P.S. Die goldene Gans, wo auch eine Prinzessin zum Lachen gebracht werden muss, habe ich später gelesen. Ich lasse es stehen.)

Dienstag, 8. September 2026

 8.9.2026

Das Erwachsensein ist ein großes Unglück.

Das Ende ist die Gotteskindschaft? Zumindest ist es mein Ende.

In der Welt sind wir etwas erwachsen. Vor Gott sind wir ganz Kind.

Man muss ein kluges Kind sein.

Ich lese die Ilias von Homer. Das alles sagt mir nichts mehr.

Die Kinder des Lichts empfangen und sehen das Licht Gottes.

 


Montag, 7. September 2026

 7.9.2026

Lieblingsorte. Das Ufer am Paul-Löbe-Haus. Die Spree ist klein und fließt langsam. Die Sonne scheint mir ins Gesicht. Passanten ziehen vorbei. Fahrradfahrer huschen auch vorbei. Die Sonne geht nun langsam unter. Ich denke etwas über die Gotteskindschaft nach. Die Schiffe fahren langsam dahin. Andere sitzen auch auf den schon verwitternden Bänken. Insgesamt eine friedliche Stimmung. Eine Frau mit Bierflasche setzt sich auf eine Bank neben mir. Ich könnte jetzt lesen - aber ich lasse es. Die Sonne leuchtet golden auf die schrägen Wände der Mauer. Ich sehe den Kindergarten des Reichstages. Blau im Abendlicht. Ich schaue so vor mich hin. Ich könnte wieder nachdenken. Aber ich lasse es. 

Sonntag, 6. September 2026

 6.9.2026

Die Totenmaske. Roter, tiefroter Mund. Blaues Haar. Riesige Zähne. Ich lege dich an. Sie passt. Schwarzes Licht sendet die Sonne über den Himmel hin zur Erde. Alles steht im Tiefen, im Dunkel. Endlose Ruhe breitet sich aus. Alles ist hell. Alles ist vertauscht. Schatten ohne Ding. Ding ohne Schatten. Ich schaue zum Äther. Ich bin im Grab. Finis.

Samstag, 5. September 2026

 5.9.2026

War heute am Alex. Genau genommen war ich nicht am Alex, sondern auf dem Platz gegenüber vom Roten Rathaus. Für mich ist das auch Alex. Wie dem auch sei. Eine Demo fand statt, wegen der hohen Mieten. Widerstand bringt nichts. Ich saß einfach da. Das Sein ist tief. Wolken. Passanten. Lärm. In mir: Ruh und Sein.

Freitag, 4. September 2026

 4.9.2026

Stiller geht der Tag. Draußen geht ein leichter Regen. Die Autos leuchten mit der Stadt um die Wette. Menschen schlendern. Stiller ist mein Zimmer. Ich schlummere ein bisschen. Später lese ich etwas. Ich spiele Gitarre. Seltsam, wie alles klingt. Ich schwinge mit mir selber. Die Nacht kommt herein. Stiller geht der Tag.

Donnerstag, 3. September 2026

 




 3.9.2026

Man muss sein. Es ist wie im Märchen vom Fischer und seiner Frau. Die unersättliche Frau will alles werden, König, Kaiser, Papst. Am Ende will sie Gott werden. Was geschieht? Der Mann kehrt vom Butt zurück, welcher alle Wünsche befriedigt und findet seine Frau wieder in der alten, schäbigen Hütte vor. Sie ist wieder sie selber. Man muss man selber sein - ganz. Das ist es.

Mittwoch, 2. September 2026

Dienstag, 1. September 2026

 1.9.2026

Die Lebenskunst besteht darin, daß man die Tiefe bewahrt, ohne zu stürzen.

Montag, 31. August 2026

 


 31.8.2026

Wer es alleine nicht schafft, der wird auf die Welt verwiesen. Die Welt ist ein Machtgestell, in welchem man sich bewähren muss. Wo Gott ist, da ist auch Herrschaft. Die Herrschaft ist aber nicht das Letzte - und die Welt ist nur aus sich heraus Vanitas. Nur dort wird Welt relevant, wo sie zu Gott hin erzieht. Ohne Gott ist die Welt eine witzlose Veranstaltung. Ich zum Beispiel bin eine Mischung. Ich bin an sich allein - ein Eremit - ich steh aber auch in die Welt hinein. So erlebe ich es.

Sonntag, 30. August 2026

 30.8.2026

Ich habe keinen Willen. Ich bin erlöst?

Sein: das ist mein Sinn.

Ich musiziere für mich allein.

Wie oft sitze ich auf einer Parkbank - und sitze einfach da.

Ich habe aber noch Interessen. Das Meiste interessiert mich nämlich nicht.

Gott ist mein Vater. Das bedeutet lebenslanges Lernen.

Gibt es interesseloses Anschauen? - Ja.

Wenn ich den Nobelpreis bekäme - es wäre mir egal.

Ich bin in Gott - aber mein Kopf ist in der Welt.

Donnerstag, 27. August 2026

 28.8.2026

Ein neuer Tag beginnt, in einem anderen Deutschland. Die Gitarre schweigt. Ich habe noch kein Buch aufgeschlagen. Die Morgenstimmung regt mich etwas an. Ich schätze die Lage so ein: Deutschland verschwindet und ein Vielheitsstaat entsteht. Mir ist es recht, denn so kann ich auch Ballast abwerfen. Daraus entsteht auch für mich mehr Freiheit. Ab und weg sind die alten Volksbindungen! Der Staat soll nur dafür sorgen, dass die Neuen mir mit ihrem sogenannten Islam und ihrer Scharia vom Leib bleiben! Ansonsten soll der Staat dafür sorgen, dass die Kanalisation und der S-Bahn-Verkehr funktioniert. Ich lebe in meiner eigenen Welt. Mit den Neuen und den meisten sogenannten Deutschen habe ich wenig zu schaffen. Wie gesagt, ich lebe in meiner Welt.

Mittwoch, 26. August 2026

 26.8.2016

Im Allgemeinen sind die Ansprüche viel zu hoch. Viel zu hoch. Göthe, Nietzsche, Heidegger, wer-auch-immer. Die Ansprüche sind zu hoch. Man muss den Ball flach halten. Das Entscheidende zieht sich ganz ins Selbersein zurück. Daraus entsteht Wasser als Essenz: Bedürfnislosigkeit. Man muss klein sein in der Gotteskindschaft. Das muss man.

Dienstag, 25. August 2026

 25.8.2026

Das ganze Abendland eine einzige Schaubude. Das ist seit Faust zwei so. Aber jede Party geht einmal zu Ende. Ich halte mich eh ans Reale. Es wimmelt aber überall von Darstellern. Selbst die meisten Passanten, welche man sieht, wollen auf Teufel komm raus etwas Extremes darstellen. Ich bin fad wie Wasser. Ich bin normal geblieben. Ich bin heiter wie Wasser. Ich bin auch ökonomisch, was meine Psyche angeht. Ich nehme keine Drogen. Weniges schon kann erfüllen und erheitern.

Montag, 24. August 2026

 24.8.2026

Das Wichtigste ist die Gotteskindschaft.

Wenn man ist, enthüllt sich einem alles als Surrogat. Sogar das Glück ist nur ein Surrogat - und ebenso die Lust, welche Ewigkeit will. Kommt die Seele bei sich selber an? - Ja.

Ich bin oft ein Idiot, dem es gut geht.

Wenn ich unter anderen bin, dann bin ich ein anderer. Das Negative überwiegt.

Die ganze Fülle steckt im Sein. Ich bin.

Sonntag, 23. August 2026

Samstag, 22. August 2026

 22.8.2026

Ich lese zur Zeit mit Begeisterung die Märchen der Brüder Grimm. Für mich ist das beste romantische Literatur. Ein wahres Schätzchen. Die Prinzessin spielt mit der goldenen Kugel im Wald. Wälder Brunnen Schlösser, welche verwunschen sind. Wie ist die Wirklichkeit dagegen so traurig und sinnleer! Wahrscheinlich lese ich gar keine Prosa mehr. Nur noch Gedichte und Märchen plus Weisheitslitteratur. Ich muss es mir überlegen.


Donnerstag, 20. August 2026

 21.8.2026

Ich gehe schon seit über zwanzig Jahren nicht mehr wählen. Ein Politiker ist jemand, der sich selber gerne reden hört. Ein Politiker ist jemand, der mir die Herrschaft verschleiert. Ein Politiker ist jemand, der keinen Beruf hat. Warum sollte ich Nachrichten hören oder ansehen? Ich lese lieber ein gutes Buch und bin mit mir allein. Es interessiert mich nicht, was der sogenannte Kanzler sagt. Es interessiert mich nicht, was die USA im Iran machen.

 20.8.2026

Ein frühes Herbstblatt segelt in meinen Schoß. Es freut mich.

Ich gehe über den grünen Rasen vor dem Reichstag. Es riecht nach abgemähtem Gras.

Durch die Wolkendecke bricht ein strahlendes Licht.

Meine schlichten, günstigen Schuhe sitzen gut. Ich flaniere durch Berlin.

Ich sitze im Bus und schaue mir Wannsee an. Ich fahre so dahin.

Seifenblasen schweben durch die Luft. Es freut mich.


Dienstag, 18. August 2026

 18.8.2026

Die Kunst des Lebens besteht darin, dass man ganz man selbst wird.

Wenn mich mein Leitendes ganz durchdringt, dann kann ich mich selbst verwirklichen.

Ich muss das Nicht-Ich akzeptieren und seinen Schatten in mir annehmen.

Meine Schwächen sind meine Schwächen. Es gibt kein Entkommen.

Die Verwirklichung geschieht auf Augenhöhe mit der Gefahr.

Sonntag, 16. August 2026

 17.8.2026

Der Gott der Zeit interessiert mich nicht. Ich stehe abseits. Der Gott der Zeit ist beschleunigt und extrovertiert. Veloziferisch (Goethe).

Das Leben ist wohl tief ungerecht.

Manchmal fahre ich mit einer S-Bahn und schaue auf die Gleise. Dabei denke ich an mein Ende.

Resignieren ist auch keine Lösung.

Der Gott der Zeit ist ein verschlingendes Feuer.

Ich muss mir immer Mühe geben. Das hört wohl nie auf?

Ich höre Glocken läuten von ferne her so aus dem tiefen Blauen heraus, die mein Ende bedeuten könnten?

Wenn es mir heute nur ein bisschen schlechter ginge, dann würde mir der Kopf platzen.

Ich werde von langer Hand für irgend etwas bestraft?

Ist Gott auch böse?

Ein stilles Zimmer, gute Gedichte, das giebt mir Trost.




 16.8.2026

Ohne Zweifel, man muss warten können.

Vielleicht hat der einfachste Mann recht, insofern er auch glaubt.

Das Leben ist eine anhaltende, eine perennierende Misere.

Man muss sich wohl an die einfachen Güter des Lebens halten.

Samstag, 15. August 2026

 15.8.2026

Ich war heute mit S am Alex bei Burger King. Der Spaß hat 15 Euro gekostet. S kenne ich noch vom KMV. Danach gingen wir zu rave the planet. Viele Menschen. Drogen und laute Musik. Ein Bad in der Menge. Viel Fleisch gesehen. Danach war ich allein an der Spree und habe Gedichte gelesen. Ein Tag geht dahin.

Freitag, 14. August 2026

 14.8.2026

Wenn man ganz man selber sein will, dann muss man unerbittlich sein. Und zwar gegen sich selber zuvorderst.

Wer sich den Härten des Lebens nicht stellt, der ist dumm.

Donnerstag, 13. August 2026

 13.8.2026

Im Verlauf des Lebens lernt man, dass man immer weniger vom Glück abhängt - ja dass man unabhängig davon wird. Ist das vielleicht das Erwachsenwerden selbst? Das Leben wird eine Art Ökonomie: Man braucht immer weniger. Mir reichen zum Großteil Gedicht, um weite Reisen zu machen. - Ökonomie ist Alles!

Mittwoch, 12. August 2026

 12.8.2026

Werdet Vorübergehende.

Ich vergesse ständig. Ich vergesse alles. Die meisten Personen, welche ich in der Forensik über Jahre hin kennengelernt habe, könnte ich nicht mehr mit dem Namen nennen. Bei den Pflegern ebenso. Mein Gedächtnis ist ein Sieb, in welches reichlich Wasser geschüttet wird. Alles geht durch. Vergessen. Ich kann auch keine prägenden Familiengeschichten erzählen. Alles vergessen. Was geschah 2005? Keine Ahnung. Was geschah 2013? Das gleiche Sieb.

Dienstag, 11. August 2026

 11.8.2026

Deutschland, besonders Schwaben, war aber doch einmal meine Heimat?! Das schon. Besonders in der Jugend. Aber Deutschland verschwindet. Selbst die Deutschen sind ganzkörpertätowiert und immer weniger deutsch. Laut Spengler soll Horaz ein letzter antiker Mensch gewesen sein. Meine Lage ist eine ähnliche. Was mich jetzt nur noch interessiert ist, dass die S-Bahnen fahren, dass die Müllabfuhr kommt und dass mich der Staat weitestgehend in Ruhe läßt. Mit den Zugewanderten verbindet mich nichts. Wir leben nur im selben Staat. Vielleichte entsteht ja ein universalistischer Zustand in Deutschland? Ich war erstaunt, als ich bei Novalis las, dass Deutschland universalistisch sei. Zudem soll das Wort les Allemands von alle Mannen kommen. Abwarten. Ich habe aber wenig Hoffnung.

Montag, 10. August 2026

 10.8.2026

Ich habe mir überlegt, ob ich, was Bücher betrifft, abspecken sollte. Also nur noch Gedichte sammeln und englischsprachige Bücher. Ich war heute in der Gedenkbibliothek in Kreuzberg. Was für eine Enttäuschung! Die hatten weder Hermann Lenz, noch Kafka. Was soll das? Ich beantrage vielleicht einen Ausweis bei der Stabi. - Oh, Stabi - du meine Rettung!

Sonntag, 9. August 2026

 9.8.2026

Wie ich die Stille mag! Ich mag die Stille und die Ruhe. Sanfte Blätter bewegen sich im Wind. Das Licht spielt mit Schatten auf dem Kieselweg. Eine Frau neben mir liest. Es ist warm, aber nicht zu warm. Ein Mittag im Tiergarten. Eine andere Frau neben mir liest noch eine gedruckte Zeitung. Ein kleiner Hund bellt kurz. Dann wieder Stille. Der See riecht etwas. Entfernt stehen Statuen. Stille eines Mittags. Menschen spazieren entspannt herum. Ich lese Hölderlin. Meine Stimmung wird besser. Stille.

Samstag, 8. August 2026

Freitag, 7. August 2026

 7.8.2026

Meine Heimat ist im Himmelreich.

Ich komme mir vor wie ein Christ in der Antike.

Was halte ich mir fern? - Das sterbende Deutschland, Billigfleischgefresse, Pornoclips, sogenannte soziale Medien, Fernsehen.

Ich will doch ein Kind des Lichts sein - was sonst?

Donnerstag, 6. August 2026

 6.8.2026

S-Bahnhof Wannsee. Alte Gebäude, neue Gebäude. Wolken segeln langsam dahin. Auf nichts mehr warten. Nirgendwohin fahren. Blauer Himmel, welcher sich spannt - dahinspannt. Angenehme Wärme des August. Innen durchschienen. Einfach sein.

Dienstag, 4. August 2026

Montag, 3. August 2026

 3.8.2026

Je älter ich werde, desto klarer wird mir, dass nur das zählt, was man mit sich alleine bespricht.

Das Unglück endet, wenn man in eine Gruppe integriert ist?  -  Warum endet dann mein Unglück?

Wenn man erwachsen ist, dann interessiert einen eine Sache wie Trump gar nicht mehr. Unzählige mehr...

Älter werden heißt - immer mehr aushalten.

Sonntag, 2. August 2026

 2.8.2026

Das habe ich mir schon oft überlegt: muss man das Leben bejahen? - Nein, man muss es überwinden! Wenn ich geistig mit mir harmoniere - eine höhere Harmonie - dann findet so etwas wie das Leben gar nicht mehr statt. Aber eine tiefe Frage ist es wohl schon. Was soll man aber mit dem armor fati anfangen? Da kann man mich im Knast besuchen kommen! Das kanns auch nicht sein. Man muss ganz man selber werden. Das heißt, dass man etwas werden muss.

Samstag, 1. August 2026

 1.8.2026

Der Idiot hat immer etwas Wichtiges mit sich selber zu schaffen.

Ich habe mir einen Lapislazuli-Ring gekauft. Er ist sehr schön. Ich gehe in den Ursprung und gleichzeitig in die Ruhe? Die Ruhe ist mein höchstes, nicht mehr die Erfüllung.

Schade, aber Göthe sagt irgendwo, dass man nur den ehren könne, der sich selber nicht erst suchen muss. Ich mußte mich durchaus suchen.

Christus, egal ob gnostisch oder nicht, ist nichts für die breite Masse. Deshalb gab es den Jünger, den er liebte. Christus hat nicht mit Liebesschmalz gedealt! Mein Christus.

Trump ist mir egal. Merz kenne ich nicht. Der Kapitalismus geht mir am Arsch vorbei. Die Queeren interessieren mich nicht. Aber im Allgemeinen ist man von der Welt angefixt. Das ist ein Übelstand. Wie Süchtige. Was ist damit verglichen das Seelenheil und der Seelenfriede! Ich kenne keinen Herrn Trump. Ist mir unbekannt.

Freitag, 31. Juli 2026

 31.7.2026

Werdet Vorübergehende!

Die drei apokalyptischen Reiter treten auf: Gier, Lieblosigkeit und Größenwahnsinn.

Ich saß heute am Alex. Alles in letzter Ruh. Ich saß so da. Ruh. Ich schaute.

Donnerstag, 30. Juli 2026

 30.7.2026

Das Ganze ist eine Affenherde im Machtgestell. Um das zu erkennen, braucht man kein Diplom. Wems behagt!

Was für ein sonniger Tag heute! Was interessieren mich Affen und Idioten!?

Ich schaue in die seltenen Wölklein.

Ich sitze im Rosengarten.

Ich lese Turgenjew und Benn.

Ich schaue in den Himmel.

Das gute an Romanen ist, dass sie einen in eine gelungenere Welt entführen. Stifters Nachsommer!

Mittwoch, 29. Juli 2026

 29.7.2026

Auch wenn sie nichts dafür können - ich bin von Deppen umstellt. Teilweise ist es noch schlimmer.

Dienstag, 28. Juli 2026

 28.7.2026

Das Wichtigste ist ein reines, kindliches Gemüt. Worauf es ankommt, ist die Gotteskindschaft.

Manchmal kommt mir mein Leben wie eine langgedehnte Strafe vor. - Eine Strafe wofür?

Ich fahre mit der S-Bahn durch den Grunewald. Ich habe Bücher dabei, aber ich lese nicht. Ich schaue die Föhren an und die Wolken.

Ich glaube, dass ich so allmählich einen Endzustand erreiche.

Montag, 27. Juli 2026

 27.7.2026

Der Mond gehirnlich

Stiller steigst du wieder
Sanftes Licht mein Du
Über dunkler Flur
In tiefer letzter Ruh

Furche meine Stirn!
Sänftig das Gehirn:
Es finde seine Bahn.
Der Tag war leerer Wahn.

Ich kehre endlich heim
Mit letztem Überdruss:
Ich trinke letzten Seim.

Sonntag, 26. Juli 2026

 26.7.2026

Das Sein ist tief. Aber heute war ein mauer Tag. Etwas Langeweile. Etwas Muße. Regenzeit. Ich würde gerne einmal wieder Wein trinken. Habe Turgenjew gelesen. Wie ich die Russen liebe! Habe Hölderlin gelesen. Rufer in mein Innerstes. Ich existiere hinaus ins Sein. Ich im All. Hölderlin im Sinn. Ich brauche Wein! Dachte an meine schwäbische Jugend. Angenehmer Abend. Das Sein ist tief. Ich stehe hinaus...

Samstag, 25. Juli 2026

 25.7.2026

Muss man das Wort Verzicht buchstabieren lernen? Eigentlich nicht, denn es gibt im Leben genug Erfüllung, wenn man sich dem hohen Licht gegenüber öffnet. Man muss nur wissen, was man braucht. Das hohe Licht trifft auf Natur - und Erfüllung geschieht. Ich bin kein Materialist. Absit!

Freitag, 24. Juli 2026

 24.7.2026

Die einzige Lebensaufgabe besteht darin, dass man sich um sich selbst kümmert - und sonst nichts.

Donnerstag, 23. Juli 2026

 23.7.2026

Alles, was geschieht, das geschieht zu meinem Besten? Dann muss ich offensichtlich viel lernen in meinem Leben. Aber ich gebe mir doch Mühe! Immerhin.

Die Welt ist ein Vampir. Sie will warmes Seelenblut schlürfen.

Die Welt ist eine Leiche.

Bin ich nicht ein Kind des Lichts?!

Etwas Gnosis kann nicht schaden!

Was schützt mich vor der Welt? Ich konsumiere keine Medien. Ich bin ein einsamer Waldgänger.  - Verbringe viel Zeit mit dir selber! Freundchen.


Mittwoch, 22. Juli 2026

Montag, 20. Juli 2026

 20.7.2026

Mir fiel es heute wie Schuppen von den Augen: Ohne ein kindliches Gemüt, ist mir alles nichts. Das kindliche Gemüt führt dazu, daß ich einen direkten Kontakt zu Christus und Gott habe. Wenn das kindliche Gemüt fehlt, dann steht der Tod vor der Tür. - Halte dich an dein Herz! Ich bin ein Kind Gottes.

Sonntag, 19. Juli 2026

 19.7.2026

Nacht

Komm du schwarze hehre
Blau und endlich tief
Ich bin dir ganz verfallen
Wohin der Gott mich rief:
Schluchten Felsen Tannen
Kiefern auch in Menge
Wein in großen Kannen:
Rauschen tiefer sein
Endlich Du - allein.

Samstag, 18. Juli 2026

 18.6.2026

Das Soziale kann ethisch sein.

Das Soziale kann gut sein.

Das Soziale kann stabilisieren.

Aber, wie liebe ich die Stille!

Beethoven sagt mir nicht mehr viel.

Ich lese gerade Homer. Die frühe, vorrömische Antike hat schon Klasse.

Freitag, 17. Juli 2026

 17.7.2026

Gestern war ich am Alex. Die Rosen sind verblüht. Das Wasserspiel mit seinen Fontänen tut weiter seinen Dienst.  Der Fernsehturm könnte unten mal wieder neu gestrichen werden. Ich sitze einfach so da. Die grünen Bäume. Die unterschiedlichen Menschen. Die Touristen. Ich schaue und sitze einfach nur so rum. Wir Dichter vertändeln gerne die Zeit.

Mittwoch, 15. Juli 2026

 15.7.2026

Das Wichtigste ist, daß man seinen Platz im Cosmos findet. 

Ich bin ein Baum.

Ich bin ein Stuhl.

Ich bin eine Tür.

Das All strömt. Ich ströme.

Das All ruht. Ich ruhe.

Ich bin eine Wiese.

Ich resoniere mit dem All. 

Mein Platz im All ist so prekär. - Wie bin ich schwach und zart!

Ich bin hauptsächlich intuitiv unterwegs und in der Dichtung. Ach, die Dichtung des Lebens!

Dienstag, 14. Juli 2026

 14.6.2026

Ringe sind mir schon immer wichtig. Ich weiß nicht warum. Als Jugendlicher trug ich einen Lapislazuli. Er symbolisierte für mich den Nachthimmel. Gestern habe ich mir einen weißen Labradorit gekauft. Jetzt habe ich einen schwarzen und einen weißen. Der weiße bedeutet lichte Erfüllung. Der schwarze hingegen tiefe Erfüllung.

Mein Antidot gegen Verdummung sind einsame Spaziergänge und gute Bücher.

Sonntag, 12. Juli 2026

 12.7.2026

Das Ganze ist Gewalt - und sonst garnichts.

Ich will mich in eine Sommerwiese legen - und nie wieder aufstehen.

Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er ein böses Spiel spielt.

Ich liege im Gras. Ich schaue auf Bäume und den blauen Himmel. Moment der Freiheit.

Freitag, 10. Juli 2026

 10.7.2026

Ich habe heute den ganzen Tag gegessen. Befriedigend kann das schon sein. Morgen beginnt dann aber wieder das Fasten. Man muss auf dem Posten sein - immerzu! Denn die Wahrheit will erkämpft sein? Mir erscheint es jedenfalls so. Alles will erkämpft sein! Da sträuben sich mir ja die Haare, da ich doch ein Weichei bin und Harmonie vorziehe. Vielleicht ist alles auch anders? Wie dem auch sei: Bis man am Ziel ist, muss man kämpfen. Ich glaube, dass ich schon nahe dran bin. Im Übrigen, man darf sich so viel gönnen, wie es einem schon erlaubt ist, da man schon weit gekommen ist? Ich drehe im KMV also meine Ehrenrunden?

Mittwoch, 8. Juli 2026

 8.7.2026

Ich habe seit gestern ein Einzelzimmer. Das ist schon toll. Ich musste mich erst etwas an die Ruhe gewöhnen. Aber jetzt ist es prima.

Das Zimmer ist wie der Mutterleib um einen herum.

Will nicht jeder allein im Zimmer sein?

Ich gehe auf und ab. Ich denke nach.

Ich liege im Bett. Alles wird traumhaft. Ich sehe den Baum und wie das Licht mit ihm spielt. Im Bett.

Stille bricht aus. Ich ruhe zufrieden in mir.

Oh wie ich die Stille liebe!

Abends der Blick aus dem Fenster: Busse, Motorräder, Passanten, Polizei... und Lichter der Großstadt. Poesie der Großstadt. Tiefe des Seins.

Das Fenster: Halb innen und halb draußen.

Stimmen schwappen herein.

Dienstag, 7. Juli 2026

 7.7.2026

Heute habe ich Geburtstag. Ich bin am 7.7.1977 geboren worden, in Filderstadt. Mein Geburtstag interessiert mich nicht. Was mich interessiert ist, dass ich in einem Jahr 50 werde. Dann bin ich ein halbes Jahrhundert alt.

Die Zeit verstreicht so schnell.

Man wird gelassener.

Man wird voller.

Alter.

Die Haare werden weiß - und Erfreuliches wird immer mehr geschätzt.

Das Wunder des Lebens.

Man muss die Ansprüche zurückschrauben.

Alter.


Montag, 6. Juli 2026

 6.7.2026

Die Liebe sollte sich auf die Kindheit beschränken, damit man dort gesättigt wird. Die Liebe wird überschätzt.

Ich existiere für mich allein. Ich trage mein Kreuz.

Ich stehe allein ins All hinein.

Wir sind zwar ein Teig. In allem Sozialen und sogar im Zwischenmenschlichen bin ich aber eine Maske, mehr oder weniger.

Ich bin bei mir. Ich bin.

Was die anderen machen, selbst wenn sie Cäsaren sind, interessiert mich nicht.

Sonntag, 5. Juli 2026

 5.7.2026

Meine Insel

Meine Insel ist mittelgroß. Sie hat am Ufer Trauerweiden. Im Inneren hat sie alte Platanen. Ich spaziere gerne am Ufer entlang und unter den alten Platanen. Ich gebe mich meiner Muße hin.

Meine Insel hat eine Bootanlegerstelle.

Meine Insel hat Kastanienbäume, deren Früchte man essen kann.

Meine Insel ist freundlich wie ein schöner Julitag - und wahrhaftig mag ich sie im Sommer auch am Liebsten. Meine Insel.

Die Insel ist Eins und ich bin Eins.

Die Einsiedelei hat eine Bibliothek.

Die Insel hat schöne Sommerwiesen und einen Felsen, aus welchem eine Quelle entspringt.

Die Insel hat einen Turm, in dem ich wohne.

Die Insel hat drei Pfauen, welche ich füttere.

Aus dem Wachs, welches mir die Bienen liefern, mache ich Kerzen, die abends brennen.

Der See bietet reichlich Fisch.

Die Insel löscht den Unterschied von Idee und Wirklichkeit aus.

Es gibt keinen Philosophenweg.

Es gibt aber einen hübschen Dichterhain mit vielen Büsten und Statuen, welche unter Kiefern stehen.

Alle Wege führen an meiner Insel vorbei.

Über meiner Insel leuchtet immer die Sonne.

Ich lausche, ich höre inneres Licht.

Erfüllung umschließt meine Insel.

Forbidden to enter.

Meine Insel ist eine letzte Ökonomie. Aus wenig wird viel.

Ich bin mit den Vögeln allein. Mit dem Himmel. Mit den Blumen. Mit Gott.




Samstag, 4. Juli 2026

 4.7.2026

Man ist in den Augen der Anderen garnicht man selbst, sondern ein Anderer.

Je älter ich werde, desto mehr habe ich den Eindruck, daß es garnichts zu verstehen gibt.

Der Weg ist zu Ende, wenn man einfach ist.

Alles gleitet an mir ab. Ich weiß, wofür ich mich interessiere und wofür nicht. Alter eben.

Der Blick auf das Grab könnte schon früher kommen: mehr Mitleid.

Donnerstag, 2. Juli 2026

 3.7.2026

Gott beherrscht uns. Er knechtet uns.

Man sieht in der Natur Gott. Warum ist es dann für den Menschen tabu, Natur zu werden?

Meine Natur ist gut? Wer sagt das?

Das Christentum besteht nur in guten Zeiten, in welchen das Meiste schon eingeschlafen ist.

Im Kern geht Christus nur eine Elite an? Die Welt will es aber immer anders.

Die Bergpredigt ist eine Höhenpredigt! 

 2.7.2026

Ein wirklich sinnvolles Leben ist ein großes Privileg.

Im Allgemeinen sind die Erwartungen viel, viel zu hoch. Demut tut unbedingt not.

Das Glück ist etwas ganz Einfaches. Deshalb ist es wahrscheinlich so schwer zu erhaschen?

Heute, ja Herr Doktor, geht es mir sehr gut. Soll vorkommen.

Das Paradies ist ein reines, demütiges Herz?


Mittwoch, 1. Juli 2026

 1.7.2026

Die Ambitionierten sind die Krätze! Die einzige Ambition sollte das Kreuz sein.

Ich liege auf meiner Insel. Wolken ziehen vorüber. Langsam. Hübsch.

Gott leuchtet in meine Seele und macht sie leicht.

Alles Gotthafte wirkt erlösend - gerade im Kleinsten.

Ich liege auf meiner Insel. Sanfte Gräser biegen sich im sanften Wind.

Dienstag, 30. Juni 2026

 30.6.2026

Ich bin jetzt Tellerwäscher im Zuverdienst. Das ist das Richtige für mich. Eine einfache Aufgabe, die dennoch Sinn hat. Ich sehe, wie schmutziges langsam sauber wird. Eine etwas demütige Aufgabe. Entsorgen von Essensresten. Abtrocknen. Einsortieren.

Der Glückliche ist deshalb noch glücklich, da er seine Illusionen noch halten kann?

Der Christ hält auch die andere Backe hin. Der Schläger nimmt ihn mit auf einen Rummelplatz. Dort dürfen die Besucher für 5€ zuhauen. - Und was!?

Ich spaziere durch eine Schlucht aus Neubauten direkt am Bahnhof. Abendwolken leuchten. Moment des Trostes.

Sonntag, 28. Juni 2026

 28.6.2026

Laut KI sind bis zu 35 Prozent des Internets Pornografie. Aspekte der Affenherde. Dazu kommt dann noch das Billigfleischgefresse. 

Pornografie macht die Frau zum Fickfleisch. Das Billigfleisch wird halbreligiös verteilt, damit auch alle mitmachen.

Wems behagt! - Wir müssen umdenken. Wir Wenigen. Die Antike muss überwunden werden!


Samstag, 27. Juni 2026

 27.6.2026

Man muss gebrochen sein, um sich Gott ganz zu öffnen?

Die Lage ist hoffnungslos, aber auch verzweifelt.

Das Erfreuliche ist selten in der Welt - denn die Menschenwelt ist eine Affenherde.

Freitag, 26. Juni 2026

 26.6.2026

Ich war heute wieder am Lehniner Platz. Das ist genau meine Ecke. Ruhig. Bräsig. Ohne Spielcasinos und ohne Dönerbuden. Dennoch etwas mondän, da oberer Kurfürstendamm. Mit dabei waren: Rousseau, Kefir, Kaffee und zwei Bananen. Ich saß auch einfach so da ohne zu lesen und ließ die Zeit verstreichen. Ich schaute mir das Treiben auf dem Platz an. - Sanfte Resignation.

Donnerstag, 25. Juni 2026

 25.6.2026

Heute war ich am Alex. Ich sitze einfach nur da und lasse die Zeit verstreichen. Warmer Sommertag. Laue Gedanken? Ich hatte Lust auf ein Eis. Der Spaß, zwei Kugeln, hat 5€ gekostet.  Alex heiß und lau. Irgendjemand, welcher Flaschen sammelt, ruft: Berlin isch liebe dich!

Im KMV gab es ein Essen mit Eis, Kuchen und Asia-Nudeln. Ich habe mich vollgefressen. Die Frau F hat uns verlassen. Sie war die Therapeutin.

Mittwoch, 24. Juni 2026

 24.6.2026

Es hat sich etwas Letztes ereignet oder soll ich schlichter sagen, dass sich etwas geändert hat? - Ich ziehe mich von den Menschen um mich herum ganz zurück. Ich will ein Eremit sein. Ein Eremit auf einer Insel. Noch ist das nur innerlich möglich, als innere Abstoßung. Dieser Ruf erging aber an mich. Das ist meine Bestimmung?

Wir sind ein Teig? - Ich nicht mehr. Ich ziehe eine klare Grenze. Ich mache bei dem abgewichsten Spiel nicht mehr mit.(Das Lächeln der Sieger!) Oh weh, aber wie soll ich die Menschen nur loswerden? Wie nur?

Dienstag, 23. Juni 2026

 23.6.2026

Ich stürze von Tag zu Tag. Ich habe nichts mehr, was mich hält.

Ich bin ein gebrochener, gescheiterter Mann?

Du sollst den Tag nicht vor dem Abend verfluchen!

Trotz allem: ich bin ein Allmensch.

Ich lebe in einer Affenherde: was für eine missliche Lage!

Kann ich mich nur noch an das Leben selber halten? Aber was heißt das?

Montag, 22. Juni 2026

 22.6.2026

Wenn ich nur wüsste, woher mein Leiden kommt! Vor dem KMV wahr da nichts an Leiden. Also muss es am KMV liegen? Oder an der Medizin? Ist das KMV eine Prüfung für mich - von Gott gesendet?  Wahrscheinlich leide ich, da ich etwas Höheres bin. Darf man so etwas überhaupt denken? - Warum nicht?

Heute erkannt: harmoniere ich mit mir ganz, dann bin ich gottgleich.

Corona, Kapitalismus, Trump, AfD... das ist alles nicht wichtig. Wer erwachsen ist, der weiß, dass das Seelenheil wichtig und köstlich ist.

Sonntag, 21. Juni 2026

 21.6.2026

Ich war heute am Bahnhof Zoo bei Ulrichs. Dort habe ich mir einen Apfel, einen Kefir und einen kalten Kaffee gekauft. Ab in den Rucksack damit und zum Lehniner Platz, wo es mir sehr gefällt. Entspannte Einsamkeit. Endlich. Fleißig habe ich dann im Rousseau gelesen. Wie ich die Einsamkeit mag!

Einsamer nie

Lerchen fliegen auf
Bücher sirren: Wind
Wandrer gehn hin:
Einsamer alle sind.


Pferde weiden still
Blumen im Gechill!
Lerchen singen hell:
Einsam wird es schnell.

Einsamer nie
Was die Stunde lieh
Was dir Götter gaben
Einsam wirds dich laben

Samstag, 20. Juni 2026

20.6.2026

Ich war heute beim Friseur - und immer gilt: Ballast abwerfen! Der Kurzhaarschnitt (15 mm) steht mir gut. Ballast kann so viel sein, bis hin zu leergewordenen oder toxischen Beziehungen. Ich ändere meine Beziehungen zu anderen ständig. Vom KMV ist nur eine Beziehung übrig geblieben. Und mal sehen, wie lange das geht. Ballast abwerfen!

Freitag, 19. Juni 2026

 19.6.2026

Ich war heute wieder am Alex. Ein sanfter Wind ging über den Platz hin unbestimmt ins Weite. Es kamen erste Sommergefühle auf. Passanten, welche schlenderten. Irgendjemand spielte laut und gut auf seiner E-Gitarre. Kopftuchfrauen. Touristen. Rosen, die blühten. Polizei. Abend. Abend. Stille. - Ich bin trostbedürftig.

Donnerstag, 18. Juni 2026

 18.6.2026

Ich habe hin und her überlegt, was meine Sünde sein könnte, da ich ja öfter einmal leide. Es kann nur eins sein: der Hochmut. Ich denke vielleicht, dass ich etwas besseres bin. Ob ich wirklich etwas besseres bin, will ich nicht entscheiden. Das wäre dann ein Treppenwitz? Der Hochmut ist eine schwere Sünde. - Deshalb mein Leiden? Wir aber sind alle wie in einem Teig - da ist Hochmut nicht angebracht!

Je weicher man liegt, desto mehr spürt man raue Stellen?

Ich war heute bei bestem Wetter am Alex. Ich mag das ganze Areal dort, auch die seltsamen DDR-Bauten. Zum Beispiel den Riesenklotz neben dem Rathaus. Ich mag die Blümchen und den großen Springbrunnen. Es werden neue Hochhäuser gebaut und irgendwann entsteht hinterm Alex ein neues Viertel. - Da hat ein Mann mit einem großen Netz plötzlich viele, große Seifenblasen erzeugt, die vom Wind weggeweht wurden. Etwas so Poetisches habe ich lange schon nicht mehr gesehen. (Wie sich die Kinder freuten.)

Mittwoch, 17. Juni 2026

 17.6.2026

Hier im KMV habe ich relativ viel soziales Zeugs. Meistens passe ich mich an wie ein Chamäleon. Aber was mich zur Anpassung treibt, das ist letzten Endes auch nur Gewalt. Vielleicht ist das Soziale meine Strafe für etwas oder es ist meine Aufgabe. Ich halte diese Aufgabe nicht für nötig. Aber mich fragt ja keiner. Gott verhängt das Schicksal? Muss man es bejahen? Ich glaube das alles nicht - denn Gott macht frei. Das Schicksal kommt nur von der Welt her, die man aber überwinden muss. Und man muss sich selber überwinden, was am Schwersten ist. Also letzten Endes kein Schicksal mehr - sondern Erlösung!

Dienstag, 16. Juni 2026

16.6.2026

Der Eremit

All-Alleinsein
Letzte Sache:
Ich

Keine Fragen rollen
Stille ists im Hain:
Die Vögel schweigen

All-zufrieden
Letztes Tableau:
Mich zeichnet Gott.

 16.6.20269

Die innere Welt ist viel besser als die äußere Welt. Sie ist letztendlich auch interessanter. (Kafka zum Beispiel?) Der Seelenreichtum ist etwas feines und etwas umzäuntes. Das Soziale führt oft zu Unerfreulichem. In der inneren Welt kommt mir Gott viel näher. Aber wer in der Innerlichkeit lebt und webt, der muß wohl sein Kreuz tragen. Amen - das muß er. Je älter ich werde, desto mehr zieht es mich zum Alleinsein hin. Wie viel unerfreuliches es in der Menschenwelt gibt!

Montag, 15. Juni 2026

 15.6.2026

Seelenblüte. Seelenblüte: Besamung. Wind. Samen. Alles ist in der Blüte vorhanden. Reinheit. Schönheit. Sich-selbst-Harmonieren. Friedlichkeit. Und ein Anstoß für den größten Denker: Was ist dieses? Ich schau aber keine Blumen an (als Endzustand). Ich bin selber eine Blume, die es in der Botanik garnicht giebt. Ich bin die blaue Blume. Mein Wesen kommt zum Äußersten - es fängt an zu blühen. Es blüht seltsam in Gott, nicht dem Herrn, sondern dem Obersten der Engelscharen. Ich bin eine Blume. Ich steige aus Schlamm und Erde rein hinauf in den Himmel und nehme die Sonnenstrahlen auf. Ich bin wie die Lilie auf dem Felde. Ich bin das einsame Mauerblümchen. Ich bin ganz ich. Friedlich. Rein.

 15.6.2026

Rauschen - kühl

Bäume kitzeln
Ich weiß nicht wo
Licht es kitzelt
Ich weiß nicht wie

Schatten Licht
Kühle Fülle
Der Sinn: besonnen
Schatten-Treiben

Juniköstlichkeiten
Stiller Ozean
Schmetterlingszeiten?
Alles ohne Wahn?

 15.6.2026

Schmerz

Einsamer nie:
Das Leid gedieh.
In stummer Wucht
Abgrund: Schlucht.

Einsamer nie
Nicht mal Zähren
Nicht das Wie:
Ein stummes Schwären

Geblendet: leer
Schmerzen bleiben
Schwarze Vögel
Die tot schon treiben

Ich steh allein zerfetzt
Ein Gipfel kommt heran:
Einsamer nie und nie
Ich halte mich als Mann

Einsamer nie

Sonntag, 14. Juni 2026

 14.6.2026

Schwarzer Tag heute. Alle Türen leuchten schwarz - alle Fenster sind schwarz. Bin total kollabiert. Kein Sinn mehr nirgends. Selbstmordgedanken. Schwarzer Tag. Ende Gelände. Meine Seele ist von Schwärze durchsickert. Ich rolle in ein dunkles Tal hinab, wo alle Tiere schreien. Alle Bäume sind giftig. Ich halte mir die Ohren zu. Ein Schmerz im Kopf pocht. Es pocht. Überall das Schwarz. Der Todestrieb: bin ich ein versunkener Mann?

Samstag, 13. Juni 2026

 13.6.2026

Ich wäre gerne ein barockes Musikstück, welches mit wenig Noten viel musikalischen Sinn erzeugt. Oder ich wäre gerne ein Stück von Satie. - Ebenfalls wenig Noten.

Ich wäre gern ein grauer Stein an der Havelchaussee.

Ich wäre gerne die Amsel im Halbschatten.

Ich wäre gerne du, welche ich liebe.

Ich wäre gerne die Morgenröte.

Ich wäre gerne die Nacht.

Ich wäre gerne das bonfire in der Nacht.

Ich wäre gerne die Blume, welche sich öffnet.

Ich wäre gerne der Jünger, welchen Jesus liebte.



Freitag, 12. Juni 2026

 12.6.2026

Das Wichtigste im Leben ist ganz klar, daß man seinen Platz im Kosmos findet. Der Kosmos strömt, er fließt. Er staut sich und verharrt. - Wo bin ich dabei? Was bin ich? Erkenne dich selbst und bewahre dich, bewahre dein Licht und bewahre deinen Schatten. Irgendwann wirst du das Geheimnis finden, dass du im Kosmos aufgehoben bist. Dann tritt die große Ruhe ein und die Fülle. Gib dir Mühe! Geh durch das schmale Tor in die Allnatur ein. Du bist kein Komet, der seine Bahn an allen Sonnen vorbei durch den Kosmos zieht. Du kreist um eine Sonne aus einer Mitte heraus. Erkenne dich selbst! Wahre die lebendige Mitte und ihre Glut.

Donnerstag, 11. Juni 2026

 11.6.2026

Das ganze Elend besteht immer darin, dass man nicht frei ist! Ich spreche von der losgelösten, guten Freiheit.

Also: Werdet Vorübergehende!


Mittwoch, 10. Juni 2026

 10.6.2026

Die Wipfel aller Bäume rauschen über mir - und alle Sterne sind vollzählig. Sie flimmern nur ganz leicht und wissen von Ewigkeit her schon alles. Sind sie Engel oder Engeln gleich? Kleine Glühwürmchen fliegen herum und leuchten schwach-poetisch im dunkeln Walde. Ich ruhe still in meinem Waldesgrab. Nun bin ich ewig ich. Mein Tod ist das letzte Statement - dann gehts in die Ewigkeit. Über allen Wipfeln ist Ruh. Aber die Wipfel rauschen. Stille ists sonst im Wald. Alle Vögel schweigen. Schwarz sitzen sie auf den Ästen. Sie schauen mich an. Sie schweigen. Endlich allein. - Mit Gott.

Dienstag, 9. Juni 2026

 9.6.2026

Ich lese zur Zeit die philosophischen Schriften von Novalis. Es tut mir einfach nur gut. Wenn ich die Fragmente lese, bin ich nurmehr entspannt, denn eigentlich lese ich keine Philosophen mehr. Philosophen sind größenwahnsinnig. Aber Novalis ist eine Ausnahme. Er schreibt sehr lebendig und tiefsinnig, aber immer aus seiner heilen Welt heraus. Das beruhigt mich und spendet auch etwas Trost. Was um 1800 herum noch möglich war an geistiger Freiheit unverschandelt von der realen Gewalt! Ich muss auch noch einmal die Naturphilosophie von Schelling lesen. Novalis hat ständig zutreffende Einsichten, die um ein poetisches Zentrum kreisen. Das ist interessant. Die Ausgabe habe ich für 2 Euro vor der Humboldtuni bekommen. Wir leben im Bücherparadies! Novalis werde ich wieder lesen. Von jedem Buch kann ich das nicht sagen.

Montag, 8. Juni 2026

 8.6.2026

Je länger ich alleine bin - mit einem guten Buch in freier Natur - desto besser geht es mir. Je länger ich alleine bin, desto größer die Harmonie und das Wohlempfinden. Ich bin durchaus ein Eremit. Ein gemäßigter. Einer, der in der Welt lebt. Das Soziale ist aber ein notwendiges Übel? Wozu? Wofür ist es überhaupt da? Ich bin kein Mitglied in einer Affenherde! Absit! Meine Seele ist durchaus allein und frei vor Gott. Wozu immer dieses sich-Zusammendrängen? Wir sind zwar wie in einem Teig - aber so nicht! Wie nicht? - Gewalttätig, Uneigentlich, läppisch, asozial im Sozialen, ungebildet, dumm, das Level senkend, der größte Dummkopf bekommt am Ende Recht, Lärm, Pornofilmchen, dumpfe Masse, Massensaufen, Tik Tok-Verblödung, Machtausübung, Machtherrlichkeit (die Fressen der Cäsaren!) - und zum Schluss das Schlimmste: Lieblosigkeit, Größenwahnsinn, Gier? So weit die Predigt.

Sonntag, 7. Juni 2026

 7.6.2026

Werdet Vorübergehende.

Ich bin im Park am Gleisdreieck. Ich lege mich unter einen Baum - so am Rand hin, dass ich noch die Wolken sehe. Die schönen Wolken, welche dahinfliegen - wie körperlos. Der Kontakt mit der Erde wirkt beruhigend. Ich schließe die Augen. Geräusche, Stimmen schwappen an mein Ohr. Meine Augen schwimmen in einem leicht flimmernden Orange. Alles ist friedlich. Ich bin im Jetzt. Alles andere geht und verschwindet. Ich öffne die Augen. Die Wolkenformation hat sich geändert. Ich bin beinahe selig. Keine Spannung zeigt sich. Die Welt ist abgehauen. Ich schließe die Augen wieder. Mein Körper ruht auf der Erde. Ich bin am All gestrandet - und das ist gut. - Alles geht vorüber.

Samstag, 6. Juni 2026

 6.6.2026

Das seltenste Gut auf der Erde ist uneigennützige Liebe.

Die Lieblosigkeit ist ein apokalyptischer Reiter.

Im Himmelreich sind viele Idioten.

Im Himmelreich ist eine allgemeine Liebe anwesend.

Im Himmelreich ist eine Liebe ohne Leidenschaft - eine harmonische, sanfte Liebe - eine durchaus göttliche.

Wo man dich liebt, da nimmt man dich an - im Herzen.

Der liebevolle Umgang erstreckt sich auf alles.

Ergo: Alles ist gut!





Donnerstag, 4. Juni 2026

 4.6.2026

Wie werde ich vielleicht glücklich? (Wie überwinde ich meine midlife crisis?)

Demut: Gott den Schöpfer achten. Achten an jedem Tag.

Dankbarkeit: Gott dem Guten danken für jeden Tag. Danken jeden Tag.

Achtsamkeit: Kleinste Hellen Gottes wahrnehmen. Wahrnehmen.

Menschen: Alles ein einziger Teig in dem wir sind - dichten und weben. Sprechen - Lasst uns reden! (Kontakt von Seele zu Seele.)

Das Geschenk meiner Seele achten. Achten die Erfüllung.( - Göttlicher Genius in mir.)

Leben: Geworfen und erhaben. Dicht am Abgrund. Wesentlich: Lebendig! (Schwer zu durchschauen das Lebende - außer intuitiv.)

Welt: Erfolg ein Geschenk von Gott? (Alles schwer zu durchschauen.) Die Welt ein Übel?

Leben: Gefühle, Denken, alles gemischt. Gott versteckt sich immer wieder. Aber er öffnet Türen und Fenster! (Sandalen-Jesus!)

Leben: mit Jesus immer auf dem Weg sein?

Mittwoch, 3. Juni 2026

 3.6.2026

Gestern saß ich auf einer Parkbank im Tiergarten. Kleine Samen segelten an mir vorbei - langsam und hübsch. Im nahen Bach war die Wasseroberfläche ganz weiß gewesen. Samen. Samen. Wie tief das Sein ist und wie lange es schon geht! Menschen gehen vorüber. Ich lese Aischylos. Eine Frau mit blauem Kleid streift dahin. Ein weißes Kleid. Menschen streifen vorüber und schwinden dahin. Alles fließt. Samen. Samen.

Man muss das Leben bejahen.

Dienstag, 2. Juni 2026

 2.6.2026

Der ganze Aufenthalt im KMV, diese ganzen Jahre sind eine Prüfung und eine Krankheit des Gemütes - teilweise sogar eine Qual. Ob ich da wieder rauskomme? Ich wäre gerne auf dem Weg zum Glück unterwegs. Ist es denn unmöglich? Ein tiefes Wohlempfinden darüber, dass man ist. - Einmal KMV - immer KMV? Aber schwer ist es herauszukommen und mein schwaches Boot segelt immer an Riffen entlang. Meine Kraft ist gering. Das Leiden kann eine Schule sein und eine Vertiefung des Lebens. Wieso eine Schule? Weil es trockenes Brot zu kauen gibt und einen ehr das Väterliche begleitet - begleitet durch diese Schule. Ich bin auf mich zurückgeworfen. Ein bißchen wie im Kloster. Eine Vertiefung kann es sein, da der Schatten gewisse Tiefen erst hervorbringt. - Ich habe sicher einen Schatten! Licht und Schatten eben.

Montag, 1. Juni 2026

 1.6.2026

Das Entscheidende geschieht im Leben? Wohlan: Das mag so sein. Ich habe aber einen höchsten First, des Name ist: Absoluter Geist. Keine Eigentlichkeit. Keine Uneigentlichkeit. Kein Leben. Kein Nichtleben. Die Gegensätze fallen nicht zusammen, sie erlöschen im Geist. Das Leben ist nicht. Der Tod ist aber auch nicht. Es wird nicht bejaht. Es wird nicht verneint. Meine Person wird eine Wolke. Mein Ich wird eine Wolke still am klaren Himmel, der hellblau dasteht - und nicht einmal lächelt! Es rührt sich nichts. Seelenstille. Ataraxie.

Sonntag, 31. Mai 2026

 31.5.2026

Vom Abgrund nämlich

Gingen Wege fort
An Pappeln still entlang
Wer hört mich denn?

Vom Abgrund nämlich strömen
Schwarze Vögel auf
Einsamer nie!

Bratschen klingen dunkel
Mich entströmt es nieder
Die Pappeln schweigen

Samstag, 30. Mai 2026

 30.5.2026

Ich bin ein Allmensch. Das bedeutet für mich hauptsächlich, dass ich vermittelnd bin nach allen Seiten hin. Schon als Jugendlicher war ich schwer zuzuordnen. Ich bin mal so und mal so. Im Übrigen glaube ich auch, dass der Mensch in seiner Lage Mitleid verdient. - Bin ich ein Russe?

Donnerstag, 28. Mai 2026

 28.5.2026

Wie so still die Welt

Mein Herz ist stumm

Ich bin ins Ich zerfällt

Und innen kommt es schwarz
Ich sterbe lieb im Wald
Die Bäume bluten Harz

Komm und lass uns sterben!
Im mitternächtgen Wald
Denn alles liegt in Scherben

Wie ist so still die Nacht!
Der alte Forst er strömt?
Ich bin für sie gemacht.



Dienstag, 26. Mai 2026

 27.5.2026

Die Seele soll unsterblich sein? - was für ein Nonsens. Die Seele ist gerade das Vergänglichste und das Beste an mir! Da ist nichts mit Unsterblichkeit. Die Seele ist durchaus etwas Prekäres auf dieser Erde.

 26.5.2026

Aum

Ich bejahe mein Leben und ich bejahe das Leben. Das Leben zu bejahen, ist etwas schwieriges - und sicher nichts für Flachköpfe. Ich komme aber gleich zum Punkt: würde ich die Tat, wenn sich mein Leben wiederholen würde (das Anzünden meiner Wohnung) wieder begehen? - Ja.

Ich flüchte nicht in ein spirituelles Wolkenkuckucksheim. Ich weiß, dass es nach dem Tod kein Leben mehr gibt. Ich bejahe das Leben jetzt konkret, wie es ist. Das Leben hier.

Durch den Brand wollte ich meine bürgerliche Existenz vernichten. Das ist mir gelungen.

Das Leben ist eine ständige Mischung von Himmlischem und Irdischem. Ich bin etwas konkret daraus Zusammengesetztes. - Meine Seele das große Wundertier! Es wohnt aber auch ein Erdgeist in mir - genauso wie ein Engel.

Wer das Leben bejaht, der bejaht die Misere mit.

Der Polarstern meines Lebens ist die Erfüllung?

Aufgrund meiner Tat bin ich kriminell. - Wohlan, auch unten ist Leben. 

Gott ist nicht das Zusammenfallen der Gegensätze, sondern deren - radikales Auseinandergehen. Wer das verstanden hat, der hat ein großes Geheimnis für sich gelüftet - und er ist König über das All? Das ist das tiefste Aum.

(Ps gut gebrüllt Löwe!)


Montag, 25. Mai 2026

 25.5.2026

Das Glück findet man in der Welt. (Giebt es ein einsames Glück?). Das Seelenheil findet man alleine.

Ich trinke unterwegs und Zuhause keinen Kaffee mehr. Es wird alles immer weniger - weniger als nichts.

Das Glück ist ein Rätsel. Das Seelenheil ist es nicht. - Kann man beides haben?

Sonntag, 24. Mai 2026

 24.5.2026

Die Parkbank

Ich schließe die Augen. Fern und nah, Kinderstimmen, Erwachsenenstimmen, Kinderstimmen. Auf meinem Gesicht spielt das Licht durch Zweige und Blätter. Mein Ich ist weg. Lichtgespinst. Ataraxie. Seelenstille. Seelenruh. Ich brauche garnichts mehr. Die alten Platanen sind schön und wuchtig und sie sind vom Licht umspielt. Meine Augen sind geschlossen im warmen Licht. Menschen liegen und spielen auf dem Rasen... Ich bin angekommen in der letzten Ökonomie. Stille. Wärme. Sein. - Kindheit? Ich lese ein Gedicht. Letzte Wachheit.

Samstag, 23. Mai 2026

 23.5.2026

Ich habe mir heute eine neue Gitarre gekauft. Da ich wenig Geld ausgebe, sammelt es sich bei mir an. Ich habe wenig genug Geld. Sie hat 900€ gekostet. Ich bin zufrieden. Sie klingt nicht brillant, das soll sie aber auch garnicht. Es gilt die goldene Mitte. Danach bin ich mit dem Gitarrenkoffer herumspaziert. Was für ein schöner Tag! An einem Cafe an der Ecke Potsdammer - Kurfürstenstraße habe ich mich niedergelassen. Es gab Kuchen mit Kaffee. Großstadttrubel. Das LSD gleich um die Ecke. Kopftuchfrauen, Gidamarkt, Busse, Autos, Cafes, Paare, Eurogida... Früher hätte ich es mehr genossen. Ich werde immer autarker. Der Genuss schwindet langsam dahin. Was bleibt? - Sein?

Freitag, 22. Mai 2026