5.7.2026
Meine Insel
Meine Insel ist mittelgroß. Sie hat am Ufer Trauerweiden. Im Inneren hat sie alte Platanen. Ich spaziere gerne am Ufer entlang und unter den alten Platanen. Ich gebe mich meiner Muße hin.
Meine Insel hat eine Bootanlegerstelle.
Meine Insel hat Kastanienbäume, deren Früchte man essen kann.
Meine Insel ist freundlich wie ein schöner Julitag - und wahrhaftig mag ich sie im Sommer auch am Liebsten. Meine Insel.
Die Insel ist Eins und ich bin Eins.
Die Einsiedelei hat eine Bibliothek.
Die Insel hat schöne Sommerwiesen und einen Felsen, aus welchem eine Quelle entspringt.
Die Insel hat einen Turm, in dem ich wohne.
Die Insel hat drei Pfauen, welche ich füttere.
Aus dem Wachs, welches mir die Bienen liefern, mache ich Kerzen, die abends brennen.
Der See bietet reichlich Fisch.
Die Insel löscht den Unterschied von Idee und Wirklichkeit aus.
Es gibt keinen Philosophenweg.
Es gibt aber einen hübschen Dichterhain mit vielen Büsten und Statuen, welche unter Kiefern stehen.
Alle Wege führen an meiner Insel vorbei.
Über meiner Insel leuchtet immer die Sonne.
Ich lausche, ich höre inneres Licht.
Erfüllung umschließt meine Insel.
Forbidden to enter.
Meine Insel ist eine letzte Ökonomie. Aus wenig wird viel.
Ich bin mit den Vögeln allein. Mit dem Himmel. Mit den Blumen. Mit Gott.
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