Mittwoch, 9. September 2026

 9.9.2026

Es war einmal ein kleines Schneiderlein, das wollte ausziehen aus seiner kleinen Stadt, um die Wahrheit zu finden. So schnürte es sein Ränzlein und zog fort. Es kam sich selber mächtig mutig vor. Es kam bald in einen alten, dunklen Wald. Dort wollte es sich ein Vesper machen unter einem Baum. Als es dasaß und aß, kam ein blauer Vogel dahergeflogen und fragte ihn, was er in diesem Wald wolle. Das Schneiderlein sagte, dass es die Wahrheit suche. Der Vogel entgegnete ihm, dass es in diesem Wald ein Schloss gäbe in welchen eine Prinzessin wohne, welche die Wahrheit wisse. Das Schneiderlein ging darauf immer tiefer in den Wald hinein, bis es auf ein halbverfallenes Schloss traf. Der Vogel hatte ihm gesagt, dass der König alle Werber um seine Tochter tötete. Nur der könnte sie freien, der sie zweimal zum Lachen bringt. Das Schneiderlein sah in einem alten Garten eine Prinzessin mit einem goldenen Ball aus Seide spielen. Er fasste sich ein Herz und ging zu der Prinzessin. Diese beachtete ihn gar nicht und spielte einfach weiter mit dem Ball. Das Schneiderlein holte seine Flöte heraus und spielte eine alte irische Weise. Da musste die Prinzessin laut lachen und sie sprach ihn an. Er sagte, dass er die Wahrheit von ihr erfahren wolle. Da lachte sie noch einmal. Sie sagte, dass die Wahrheit sei, dass nur die Liebe ist. Da freute sich das Schneiderlein und der König vermählte ihn mit seiner Tochter. Sie lebten noch lange mit dem alten König auf dem Schloss.

(P.S. Die goldene Gans, wo auch eine Prinzessin zum Lachen gebracht werden muss, habe ich später gelesen. Ich lasse es stehen.)

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